Wird Yellowstone bald ausbrechen?

Unter dem Yellowstone-Nationalpark schlummert ein gewaltiger Vulkan. In den letzten 2,1 Millionen Jahren ist er drei Mal durch die Erde gebrochen und hat gewaltige Narben in der Landschaft hinterlassen. Die bisher letzte Eruption vor 640.000 Jahren schlug ein 2.400 Quadratkilometer großes Loch in die Erde. Seither gab es mindestens 80 Eruptionen geringerer Intensität, der Vulkan ist bis heute aktiv.
Jedes Jahr erschüttern über 1.000 Erdbeben den Park, und aus dem Boden schießen heiße Gase und Wasserdampf in die Luft. Untersuchungen der Region habe ergeben, dass es alle 600.000 bis 800.000 Jahre zu einer verheerenden Eruption kommt. Deshalb gibt es die Befürchtung, dass es bald wieder so weit sein könnte. Dem geologischen Dienst der USA zufolge würde eine derartige Eruption im Umkreis von 320 Kilometern alles bis zu den Knien mit Asche bedecken.
Messstationen suchen intensiv nach Anzeichen einer künftigen Explosion. So würden Beben immer stärker werden und immer kürzer hintereinander auftreten. Der Boden würde anfangen, sich zu verschieben, zu reißen und sich aufzuwölben. Derzeit gibt es nichts, womit wir die Eruption aufhalten könnten, allerdings hat die NASA eine geniale Idee entwickelt: Man könnte tief ins Erdinnere Bohrungen durchführen und Wasser in das Gestein um die Schlote des Vulkans pumpen, um das Gestein abzukühlen. Das würde nicht nur den Druck senken, sondern auch Dampf erzeugen, mit dem sich ein geothermisches Kraftwerk betreiben ließe.
Bisher ist das nur eine Idee, aber es gibt auch keinen Grund zur Eile: Eine Eruption in den nächsten 1.000 bis 10.000 Jahren gilt als sehr unwahrscheinlich.

Mehr in der Titelgeschichte „Supervulkane“ im Magazin WISSEN 2018, Ausgabe 6/2018,
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